Fruchtbarkeitsstörungen

Eine gute Herdenfruchtbarkeit ist der Dreh- und Angelpunkt der Milchviehhaltung. Jedoch ist eine mangelnde Fruchtbarkeit mit über 20 % auf Platz 1 der Abgangsursachen in Deutschland. Die Gründe für eine schlechte Fruchtbarkeit sind vielfältig und verursachen im Betrieb hohe Kosten. Die Kosten einer ungenutzten Brunst liegen bei ca. 40-100 €.

Noch höher fallen die Kosten bei Gebärmutterentzündungen aus. Rechnet man hier den Milchverlust, eine verringerte Fruchtbarkeit, die Tierarztkosten sowie eine evtl. Remontierung gegen, summieren sich die Kosten auf ungefähr 290 € pro Kuh.

Ursachen der Fruchtbarkeitsstörungen

Mangelnde Herdenfruchtbarkeit kann viele Ursachen haben, ein entscheidender Faktor für langlebige Kühe ist hierbei das Management. Neben guter Hygiene, Kuhkomfort und Geburtsmanagement ist das Besamungsmanagement von großer Wichtigkeit. Damit die Kuh deutliche Brunstsymptome zeigt, sollte auch auf Hitzestress und Lahmheiten geachtet werden.

Die Fütterung spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Gerade zum Geburtszeitraum und in den ersten Wochen nach Geburt führt ein Energie- und Nährstoffmangel zum vermehrten Auftreten von Zysten. Außerdem nimmt durch Nährstoffmangel die Qualität des Follikels und der Eizelle deutlich ab. Eine zu hohe Proteinversorgung kann ebenfalls ein Fruchtbarkeitsproblem darstellen. Der Proteinüberschuss belastet die Leber und führt zu erhöhten Harnstoffwerten im Blut. Ist die Leberfunktion gestört, wird das Immunsystem geschwächt und es kann zu vermehrten Infektionen, Reizung der Gebärmutter und auch zum Umrindern kommen. Neben einer optimalen Proteinversorgung ist die ausreichende Versorgung von Vitaminen und Mineralien von entscheidender Bedeutung.

Nährstoffe und Fruchtbarkeit

Viele Nährstoffe haben einen direkten oder auch indirekten Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Kuh. So hat Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, einen entscheidenden Einfluss auf die Eizellbildung und Gelbkörperentwicklung. Dazu kommt, dass Beta-Carotin eins der wichtigsten Antioxidanzien neben Vitamin E und Selen ist und somit Schutz für Follikel und Eizelle bietet. Beta-Carotin kann im Körper schlecht gespeichert werden und muss deshalb täglich in ausreichenden Mengen zugeführt werden. Im frischen Grünfutter ist zwar viel Beta-Carotin enthalten, die Gehalte sinken durch Lagerung und Konservierung aber dramatisch ab, weshalb viele Rationen einen Mangel an Beta-Carotin haben.

Auch Mineralstoffe wie Calcium haben einen entscheidenden Einfluss auf die Eizellreifung und deren Qualität. Durch die Wirkstoffe PN-T wird die Calciumaufnahme über den gesamten Zeitraum kontinuierlich gesteigert und der Calciumhaushalt so stabilisiert.

Das Vitamin A hat eine wichtige Funktion bei der Aufrechterhaltung guter Fruchtbarkeit. Dieses dient vor allem dem Aufbau, Schutz und Regeneration von der Gebärmutterschleimhaut. Es verbessert unter anderem die Ovulation und die Einnistung der Eizelle. Außerdem kann bereits ein geringer Mangel an Vitamin A das Risiko für Infektionen deutlich erhöhen. Die Funktion des Immunsystems wird zusätzlich durch Vitamin E und Selen unterstützt.

Vitamin D wirkt immunmodulatorisch und gehört zu den zentralen Elementen des Immunsystems. In den ersten Wochen der Laktation ist das Immunsystem besonders gefordert, da die negative Energiebilanz zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen für die Immunantwort führt. Jede Unterstützung für das Immunsystem ist in dieser Zeit wesentlich, um Entzündungen und Erkrankungen vorzubeugen und so die Fruchtbarkeit und Milchproduktion zu vereinbaren.